Manchmal entstehen die größten Geschichten aus ganz kleinen Gesten. Für mich begann alles in der Corona-Zeit. Eigentlich wollte ich nur meinem Mann in seiner Firma helfen und nähte Masken, weil plötzlich Bedarf da war. Doch aus dieser pragmatischen Unterstützung wurde etwas viel Größeres.
In dieser Zeit lernte ich eine ältere, kreative Frau kennen, die gerade ihren Mann verloren hatte. Ich habe mich oft gefragt, wie schwer es sein muss, ausgerechnet in einer Phase voller Kontaktbeschränkungen allein zu sein. Also beschlossen wir, uns gegenseitig Halt zu geben – mit einer gemeinsamen Aufgabe, die Freude machte. Nacht für Nacht saßen wir an der Nähmaschine und telefonierten. Aus dieser Verbindung entstand unser Motto „Masken gegen Spende“. Immer mehr Frauen schlossen sich an, und am Ende waren wir vierzehn.
Was als spontane Aktion begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu meiner Manufaktur in Warendorf: Manufaktur & Kontor. Von Anfang an habe ich vieles intuitiv gemacht – learning by doing. Mit jeder Phase sind wir gewachsen, haben Abläufe optimiert und sind professioneller geworden. Doch eines ist geblieben: der kreative Austausch. Viele unserer Produkte entstehen bis heute im gemeinsamen Brainstorming.
Inzwischen umfasst unser Sortiment Crossbody-Bags, Musselintücher, Shopper, Accessoires, Handy-Chains, Penbags und Moneybags. Jedes einzelne Stück trägt meine Handschrift: mit Liebe zum Detail entworfen, nachhaltig gefertigt und immer mit einem kleinen, leuchtenden Neon-Detail versehen – als besonderes Erkennungszeichen.
Am meisten erfüllt es mich, dass aus einer Idee nicht nur eine Marke, sondern ein Netzwerk geworden ist. Ein Team, das zusammenarbeitet, sich gegenseitig inspiriert und mit Freude gestaltet. Unsere Produkte sind mittlerweile deutschlandweit in über 40 Geschäften erhältlich. Doch die Wurzeln liegen für mich immer in diesem besonderen Moment: als aus Zusammenhalt, Kreativität und Mut etwas ganz Neues gewachsen ist.